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title: "Dreimaliges Blitzen oder unter dem Grenzwert"
url: "https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-3-1-dreimaliges-blitzen-oder-unter-dem-grenzwert"
language: "de"
description: "WCAG 2.3.1 schützt Menschen mit photosensitiver Epilepsie: höchstens drei Blitze pro Sekunde oder unter dem Grenzwert. So prüfst du Videos und Animationen."
published: "2025-01-01T08:00:00+01:00"
updated: "2026-10-15T09:42:00+02:00"
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# Dreimaliges Blitzen oder unter dem Grenzwert

Wenn Licht gefährlich wird.

- **Erfolgskriterium:** 2.3.1
- **Prinzip:** Bedienbar
- **Konformitätsstufe:** Level A
- **Erklärung beim W3C:** [www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/thre...](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/three-flashes-or-below-threshold.html)

Erfolgskriterium 2.3.1

# 2.3.1 Dreimaliges Blitzen oder unter dem Grenzwert

Level ABedienbar

Wenn Licht gefährlich wird.

## 1. Was ist das Ziel dieses Kriteriums?

Stell dir vor, du schaust entspannt einen Trailer online – und plötzlich löst schnell blitzendes Licht einen epileptischen Anfall aus. Was wie Science-Fiction klingt, ist für Menschen mit photosensitiver Epilepsie eine reale Gefahr. Ein falsches GIF, ein übertrieben animiertes Banner oder ein dramatisches Video kann für sie gefährlich werden.

Das Ziel von Erfolgskriterium 2.3.1 ist daher klar: Inhalte dürfen nicht so blitzen oder flackern, dass sie Anfälle auslösen können. Konkret heißt das: nicht mehr als drei Blitze in einer Sekunde – oder die Blitze bleiben unter festgelegten Grenzwerten für Helligkeitsänderung und Fläche.

## 2. Was fordert das Erfolgskriterium genau?

Es geht um jede Art von visuellem Inhalt, der blitzt oder flackert – egal ob Video, Animation, GIF oder interaktives Element.

Ein Inhalt besteht, wenn eine der beiden Bedingungen erfüllt ist:

**Frequenzregel:** In keinem beliebigen Zeitraum von einer Sekunde blitzt es mehr als dreimal – unabhängig von Helligkeit oder Größe.

**Grenzwertregel:** Blitzt es häufiger, müssen die Blitze unter dem allgemeinen Grenzwert und dem Grenzwert für rote Blitze bleiben:

- Als allgemeiner Blitz zählt ein Paar gegenläufiger Helligkeitswechsel (heller, dann dunkler oder umgekehrt) von mindestens 10 % der maximalen relativen Leuchtdichte, wobei das dunklere Bild eine relative Leuchtdichte unter 0,80 hat. Kleinere Wechsel oder Wechsel zwischen sehr hellen Bildern zählen nicht.
- Als roter Blitz zählt jedes Paar gegenläufiger Wechsel, an dem ein gesättigtes Rot beteiligt ist. Gesättigtes Rot ist besonders kritisch.
- Die gleichzeitig blitzende Fläche darf höchstens 0,006 Steradiant einnehmen – das entspricht 25 % eines 10-Grad-Sichtfelds. Als Faustregel: ein Rechteck von 341 × 256 Pixeln bei einer Bildschirmauflösung von 1024 × 768 Pixeln.

Ausgenommen sind feine, ausgewogene Muster wie weißes Rauschen oder Schachbrettmuster, deren Quadrate kleiner als 0,1 Grad Sichtfeld sind.

Wichtig: 2.3.1 ist eines der Kriterien, die für alle Inhalte einer Seite gelten – auch dann, wenn es eine barrierefreie Alternativversion gibt. Ein Anfall lässt sich nicht durch einen Link zur „sicheren“ Version verhindern.

## 3. Warum ist das wichtig für Barrierefreiheit?

Stell dir vor, du surfst ahnungslos auf einer Website und ein blitzendes Element löst bei dir einen epileptischen Anfall aus. Für Menschen mit photosensitiver Epilepsie ist das nicht nur unangenehm – es kann gesundheitlich gefährlich sein.

Schutz vor gefährlichen Blitzen schafft Sicherheit, weil er:

- Menschen mit photosensitiver Epilepsie vor Anfällen schützt,
- Menschen hilft, die anderweitig empfindlich auf flackerndes Licht reagieren, etwa mit Migräne,
- Menschen schützt, die noch gar nicht wissen, dass sie photosensitiv sind – manchmal zeigt sich das erst beim ersten Anfall,
- allen eine angenehmere, weniger aggressive Nutzung bietet.

Und nicht zuletzt: Er macht Inhalte sicher nutzbar – ohne dass Menschen Angst vor gesundheitlichen Risiken haben müssen.

## 4. So setzt du das Kriterium erfolgreich um

Die gute Nachricht: Die meisten Inhalte erfüllen dieses Kriterium ohnehin. Problematisch sind meist bewusst dramatische Effekte oder schlecht konvertierte Medien. Hier ein paar bewährte Praxistipps:

**Grundregeln für sichere Inhalte:**

- Verzichte auf Blitzeffekte, wenn sie nicht zwingend nötig sind.
- Verwende sanfte Übergänge statt harter Hell-Dunkel-Sprünge.
- Halte die Frequenz von Lichtwechseln bei höchstens drei Blitzen pro Sekunde – am besten mit deutlichem Abstand darunter.
- Beschränke blitzende Bereiche auf kleine Flächen.
- Vermeide besonders Wechsel mit gesättigtem Rot.

**Werkzeuge und Tests:**

- Prüfe Videos mit PEAT (Photosensitive Epilepsy Analysis Tool) des Trace Research & Development Center.
- Für professionelle Videoproduktion gibt es kommerzielle Prüfwerkzeuge wie Harding FPA.
- Prüfe GIFs und Animationen Bild für Bild auf die Anzahl der Hell-Dunkel-Wechsel.

**Technische Umsetzung:**

- CSS: Ein vollständiger Hell-Dunkel-Zyklus in einer Endlosanimation darf nicht schneller als etwa 0,33 Sekunden sein. Plane mit Puffer und wähle deutlich längere Zyklen, z. B. eine Sekunde oder mehr.
- Videos: Bearbeite kritische Szenen (Explosionen, Blitzlicht, Stroboskop) oder entferne sie.
- JavaScript: Begrenze die Frequenz dynamischer Lichteffekte im Code.
- Eine Option für reduzierte Bewegung (z. B. über `prefers-reduced-motion`) ist eine gute Ergänzung, reicht hier aber nicht: Die Grenzwerte müssen schon in der Standardeinstellung eingehalten werden.

**Häufige Problemquellen:**

- Automatisch startende Videos mit Blitzszenen
- Animierte Banner mit hellen, schnellen Farbwechseln
- Flackernde Hover- oder Ladeeffekte mit starken Kontrastwechseln
- Scroll-Effekte mit schnellen Lichtwechseln

Noch strenger ist [Dreimaliges Blitzen](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-3-2-dreimaliges-blitzen) auf Stufe AAA. Für bewegte Inhalte allgemein gilt außerdem [Pausieren, Beenden, Ausblenden](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-2-2-pausieren-beenden-ausblenden).

## 5. Warum dieses Erfolgskriterium für Unternehmen relevant ist

Auch bei Erfolgskriterium 2.3.1 gilt: Barrierefreiheit ist kein Selbstzweck – hier geht es ganz direkt um die Gesundheit deiner Nutzer:innen.

**1. Verantwortung und Risiko**

Blitzende Inhalte, die Anfälle auslösen, sind nicht nur ein Barrierefreiheitsproblem, sondern ein echtes Gesundheitsrisiko. Wer Videos und Animationen vor der Veröffentlichung prüft, vermeidet Schaden für Menschen – und damit auch Ärger für das eigene Unternehmen.

**2. Markenimage und Vertrauen stärken**

Eine Website, die gesundheitliche Sicherheit ernst nimmt, signalisiert Professionalität und Verantwortung. Das schafft Vertrauen bei allen Nutzer:innen – nicht nur bei Menschen mit Einschränkungen.

**3. Nutzung für alle verbessern**

Inhalte ohne aggressive Blitzeffekte sind für alle angenehmer anzusehen. Auch Menschen ohne Photosensitivität bevorzugen meist ruhigere, weniger aufdringliche Animationen.

Und nicht zuletzt: 2.3.1 ist ein Level-A-Kriterium und damit Teil von WCAG 2.1 AA, auf die die Norm EN 301 549 verweist. Seit dem 28. Juni 2025 müssen unter anderem Online-Shops nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) diese Anforderungen erfüllen, öffentliche Stellen nach BITV 2.0 bzw. Landesrecht. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

## 6. Das Erfolgskriterium im Wortlaut des W3C

> **Success Criterion 2.3.1 Three Flashes or Below Threshold (Level A)**
> 
> Web pages do not contain anything that flashes more than three times in any one second period, or the flash is below the general flash and red flash thresholds.
> 
> Note: Since any content that does not meet this success criterion can interfere with a user’s ability to use the whole page, all content on the web page (whether it is used to meet other success criteria or not) must meet this success criterion. See Conformance Requirement 5: Non-Interference.

Kurz gesagt: Nichts auf einer Seite darf öfter als dreimal pro Sekunde blitzen – es sei denn, die Blitze bleiben unter den Grenzwerten für allgemeine und rote Blitze.

**Offizielle Erklärung beim W3C**

Das W3C erklärt jedes Erfolgskriterium ausführlich – mit Absicht, Beispielen und Techniken (auf Englisch).

[Understanding 2.3.1](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/three-flashes-or-below-threshold.html)

## Weitere Kriterien aus „Bedienbar“

 [  2.1.1 Level A ### Tastatur

Wenn jeder Klick auch ein Tastendruck sein kann.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-1-tastatur) [  2.1.2 Level A ### Keine Tastaturfalle

Wenn der Ausgang fehlt.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-2-keine-tastaturfalle) [  2.1.3 Level AAA ### Tastatur (keine Ausnahme)

Wenn wirklich alles per Tastatur gehen muss.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-3-tastatur-keine-ausnahme)
