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title: "Gleichzeitige Eingabemechanismen"
url: "https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-5-6-gleichzeitige-eingabemechanismen"
language: "de"
description: "WCAG 2.5.6 verbietet, Eingabemethoden wie Tastatur, Maus oder Touch unnötig einzuschränken. Du erfährst, welche Ausnahmen gelten und was im Code hilft."
published: "2025-01-01T08:00:00+01:00"
updated: "2026-10-15T09:42:00+02:00"
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# Gleichzeitige Eingabemechanismen

Flexibilität bei der Eingabe.

- **Erfolgskriterium:** 2.5.6
- **Prinzip:** Bedienbar
- **Konformitätsstufe:** Level AAA
- **Erklärung beim W3C:** [www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/conc...](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/concurrent-input-mechanisms.html)

Erfolgskriterium 2.5.6

# 2.5.6 Gleichzeitige Eingabemechanismen

Level AAABedienbar

Flexibilität bei der Eingabe.

## 1. Was ist das Ziel dieses Kriteriums?

Die digitale Welt ist vielfältig wie ein gut ausgestatteter Werkzeugkasten – und genauso vielfältig sind die Eingabemöglichkeiten. Manche tippen lieber auf dem Touchscreen, andere nutzen die Maus, wieder andere eine Tastatur, Spracheingabe oder einen Schalter. Oft wechseln wir sogar mitten in der Nutzung zwischen verschiedenen Eingabemethoden.

Das Ziel von Erfolgskriterium 2.5.6 der WCAG ist, dass Websites und Apps diese Flexibilität nicht einschränken. Menschen sollen alle Eingabemethoden nutzen und frei zwischen ihnen wechseln können, die ihr Gerät bietet.

## 2. Was fordert das Erfolgskriterium genau?

Ganz konkret besagt die Regel: Webinhalte schränken die auf einer Plattform verfügbaren Eingabemethoden nicht ein – außer, die Einschränkung ist wesentlich, zur Sicherheit der Inhalte erforderlich oder nötig, um Einstellungen der Nutzer:innen zu respektieren.

Das bedeutet im Detail:

- Eine Website darf bestimmte Eingabemethoden nicht blockieren, nur weil sie eine andere erkannt hat – wer auf einem Tablet tippt, darf trotzdem eine angeschlossene Tastatur oder Maus verwenden.
- Der Wechsel zwischen Eingabemethoden muss jederzeit möglich sein, auch mitten in einer Aufgabe.
- Das Kriterium verlangt nicht, dass jede Funktion mit jeder denkbaren Eingabemethode bedienbar ist. Dass alles per Tastatur funktioniert, regelt zum Beispiel [Tastatur](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-1-tastatur).

**Ausnahmen gelten nur für:**

- **Wesentliche Einschränkungen:** Ein Lernprogramm für das Zehnfingersystem darf die Tastatur als einzige Eingabe voraussetzen.
- **Sicherheitsanforderungen:** Bestimmte sicherheitskritische Vorgänge können eine bestimmte Eingabemethode erfordern.
- **Einstellungen der Nutzer:innen:** Wenn jemand selbst eine Eingabemethode deaktiviert hat, wird das respektiert.

Das Erfolgskriterium hat Level AAA – die höchste Stufe der WCAG.

## 3. Warum ist das wichtig für Barrierefreiheit?

Stell dir vor, du bist mit einem Tablet unterwegs und willst ein langes Formular ausfüllen. Die Bildschirmtastatur ist mühsam, also schließt du eine Bluetooth-Tastatur an – aber die Website hat erkannt, dass du ein Touch-Gerät nutzt, und reagiert nicht mehr auf Tastatureingaben. Frustrierend, oder?

Gleichzeitig nutzbare Eingabemethoden schaffen Barrierefreiheit, weil sie:

- **Menschen mit motorischen Einschränkungen** ermöglichen, je nach Situation und Aufgabe die passende Eingabemethode zu wählen
- **Menschen mit wechselnden Fähigkeiten** unterstützen, etwa wenn die Kraft im Lauf des Tages nachlässt
- **Assistenztechnologien** wie Schalter, Sprachsteuerung oder Augensteuerung nicht ausbremsen, die oft als Tastatur oder Maus erkannt werden
- **Effizienz steigern**, weil alle die für sie passende Methode wählen können
- **Gerätevielfalt berücksichtigen** – vom reinen Touch-Gerät bis zum Tablet mit Tastatur und Maus

Und nicht zuletzt: Inhalte bleiben zukunftssicher, weil sie nicht von einer bestimmten Eingabetechnik abhängen.

## 4. So setzt du das Kriterium erfolgreich um

Die gute Nachricht: Moderne Entwicklungspraktiken führen oft automatisch zum Ziel. Hier die wichtigsten Grundregeln:

**Geräteunabhängige Ereignisse verwenden:**

- Nutze allgemeine Ereignisse wie `click`, `focus` und `blur` statt ausschließlich `touchstart` oder `mousedown`.
- Das `click`-Ereignis wird von Maus, Touch, Tastatur und vielen Assistenztechnologien gleichermaßen ausgelöst.

**Keine Annahmen über die Eingabemethode treffen:**

- Erkenne nicht das Gerät, um dann bestimmte Eingabemethoden abzuschalten.
- Nur weil ein Touchscreen erkannt wird, heißt das nicht, dass keine Tastatur oder Maus verfügbar ist.
- Blende keine Bedienelemente aus, nur weil eine bestimmte primäre Eingabemethode erkannt wurde.

**Mehrere Eingaben parallel unterstützen:**

- Nutze die Pointer Events des W3C, die Maus, Touch und Stift einheitlich behandeln.
- Ergänze Tastaturbedienung zusätzlich zu Zeigerereignissen.
- Rufe `preventDefault()` bei Touch-Ereignissen nicht so auf, dass dadurch Maus- oder Tastaturereignisse unterdrückt werden.

```
// Problematisch: schaltet Tastatur und Maus aus, sobald Touch erkannt wird
if ("ontouchstart" in window) {
  nurTouchSteuerungAktivieren();
}

// Besser: echte Buttons nutzen – click reagiert auf Maus, Touch und Tastatur
button.addEventListener("click", aktion);
```

**Praxistipps:**

- Schließe eine externe Tastatur und Maus an dein Tablet oder Smartphone an und prüfe, ob alles weiter funktioniert.
- Nutze CSS-Media-Queries wie `pointer` und `hover` nur zur Optimierung der Darstellung, nicht um Eingabemethoden auszuschließen.
- Wechsle beim Testen mitten in einer Aufgabe die Eingabemethode.

## 5. Warum dieses Erfolgskriterium für Unternehmen relevant ist

2.5.6 ist ein AAA-Kriterium und weder über das BFSG noch über die BITV 2.0 verpflichtend – die zugrunde liegende EN 301 549 verlangt WCAG 2.1 Level AA. In der Praxis ist es oft mit wenig Aufwand erfüllt, solange niemand bewusst Eingabemethoden sperrt.

### 1. Nutzererfahrung verbessern

Menschen sind effizienter und zufriedener, wenn sie die für sie beste Eingabemethode wählen können. Ein Formular, das mit Touch und Tastatur gleichermaßen flüssig funktioniert, führt zu weniger Abbrüchen.

### 2. Mehr Menschen erreichen

Du erreichst Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Vorlieben – Menschen mit motorischen Einschränkungen ebenso wie alle, die zwischen Tablet, Tastatur und Maus wechseln.

### 3. Zukunftssicher entwickeln

Neue Geräte und Eingabeformen kommen ständig dazu. Websites, die nicht auf eine bestimmte Eingabe festgelegt sind, müssen bei neuen Geräten seltener angepasst werden.

Dieser Abschnitt informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.

## 6. Das Erfolgskriterium im Wortlaut des W3C

> **Success Criterion 2.5.6 Concurrent Input Mechanisms (Level AAA)**
> 
> Web content does not restrict use of input modalities available on a platform except where the restriction is essential, required to ensure the security of the content, or required to respect user settings.

Kurz gesagt: Inhalte dürfen die Eingabemethoden, die ein Gerät bietet, nicht einschränken – außer aus wesentlichen Gründen, aus Sicherheitsgründen oder um Einstellungen der Nutzer:innen zu respektieren.

**Offizielle Erklärung beim W3C**

Das W3C erklärt jedes Erfolgskriterium ausführlich – mit Absicht, Beispielen und Techniken (auf Englisch).

[Understanding 2.5.6](https://www.w3.org/WAI/WCAG22/Understanding/concurrent-input-mechanisms.html)

## Weitere Kriterien aus „Bedienbar“

 [  2.1.1 Level A ### Tastatur

Wenn jeder Klick auch ein Tastendruck sein kann.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-1-tastatur) [  2.1.2 Level A ### Keine Tastaturfalle

Wenn der Ausgang fehlt.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-2-keine-tastaturfalle) [  2.1.3 Level AAA ### Tastatur (keine Ausnahme)

Wenn wirklich alles per Tastatur gehen muss.

 ](https://barrierefreihochzwei.de/de/wcag/2-1-3-tastatur-keine-ausnahme)
